Wer „Stammbaum-App" googelt, landet schnell bei Ancestry, MyHeritage oder FamilySearch. Was viele dabei übersehen: Diese drei Anbieter sind im Kern grosse Archive historischer Dokumente, bei denen man nebenbei auch einen Stammbaum erfassen kann. Wer hauptsächlich die eigene Familie strukturiert dokumentieren will, ohne ein laufendes Daten-Abo zu zahlen, ist mit einem reinen Stammbaum-Editor besser bedient.
Die etablierten Editoren in diesem Markt sind allerdings fast ausnahmslos Desktop-Programme für Windows oder macOS. Web-Apps, in denen mehrere Familienmitglieder wirklich gleichzeitig am selben Baum arbeiten können, sind selten. Genau hier setzt unsere eigene App, Unser Stammbaum, an.
Vorab fair: Ich bin der Macher dieser App und vergleiche hier auch das eigene Produkt mit. Trotzdem habe ich versucht, jede Lösung an ihren eigenen Stärken zu messen und auch die Schwächen meiner App ehrlich zu benennen. Wer Open Source bevorzugt, findet die mächtigste Lösung in Gramps. Wer ein integriertes Mac-Werkzeug will, ist bei MacStammbaum besser aufgehoben. Wer einen Windows-Klassiker mag, kommt an Ahnenblatt nicht vorbei.
Worauf es bei einer Stammbaum-App ankommt
Die Anbieter unterscheiden sich weniger im Funktionsumfang. Personen, Beziehungen und Daten kann jede der hier verglichenen Apps erfassen. Der Unterschied liegt in Philosophie und Plattform-Strategie. Sieben Kriterien sind beim Vergleich entscheidend.
Plattformen. Auf welchen Geräten läuft die App? Reine Windows-Software ist für Familien mit Mac, Linux oder Android-Nutzern unbequem. Web-Apps, die im Browser laufen und sich auf Wunsch am Startbildschirm verankern lassen, funktionieren auf jedem Gerät.
Bedienbarkeit. Wie viel Einarbeitungszeit braucht es, bis man produktiv ist? Beim gemeinsamen Erfassen tragen oft die älteren Familienmitglieder am meisten bei, weil sie schlicht am meisten wissen. Eine 80-jährige Grossmutter wird sich aber nicht durch eine überladene Genealogie-Software kämpfen, ganz egal wie mächtig die ist.
Zusammenarbeit. Können mehrere Familienmitglieder gleichzeitig am selben Baum arbeiten, oder ist das Programm im Grunde Ein-Personen-Software, bei der die Datei am Ende per E-Mail oder Cloud-Speicher weitergereicht wird? Echte Synchronisation in Echtzeit ist überraschend selten.
Kosten. Was zahlt man, einmalig oder als Abo? Wer trägt die Kosten in einer Familie, alle oder nur eine Person?
Datenexport (GEDCOM). Lassen sich die eigenen Daten jederzeit komplett herausziehen? GEDCOM ist der Industriestandard. Apps mit eingeschränktem GEDCOM-Export sind eine Daten-Falle.
Quellenarbeit. Lassen sich Kirchenbuch-Einträge, Standesamtsurkunden oder Online-Quellen sauber als Beleg an Personen und Fakten anhängen, inklusive Scan-Upload?
Datenhoheit. Wo liegen die Daten, und wer hat Zugriff? Server in der EU und eine DSGVO-konforme Verarbeitung sind für Familien im deutschsprachigen Raum rechtlich oft leichter einzuordnen, ersetzen aber keine eigene Datenschutzprüfung im Einzelfall. Eine lokale Installation auf dem eigenen Rechner gibt maximale Kontrolle, aber keine automatische Sicherung in der Cloud.
Sechs der bekanntesten Editoren im Detail
Ahnenblatt 4 (Windows)
Ahnenblatt ist im deutschsprachigen Raum eine Institution. Die Software wird seit über zwei Jahrzehnten weiterentwickelt. Ahnenblatt 4 kostet einmalig 59 € und läuft auf Windows Vista bis Windows 11, auch als portable Variante vom USB-Stick. Daneben gibt es die kostenlose Version 2.99, die keine Personenbegrenzung hat, aber weniger Funktionen bietet (z.B. nur ein Quellen-/Notizfeld pro Person). Eine Demo-Version von Ahnenblatt 4 mit bis zu 50 Personen erlaubt zusätzlich ausgiebiges Testen.
Funktional ist Ahnenblatt ausgereift und stabil, mit deutscher Oberfläche, sauberer GEDCOM-Unterstützung und einer der besseren Plausibilitätsprüfungen am Markt. Die verschiedenen Tafel-Varianten (Ahnen-, Stamm-, Sanduhr-, Fächer-Diagramme) und Buch-Ausgaben gehören zu den besten überhaupt. Das Einmalkauf-Modell ist ehrlich: einmal zahlen, lebenslang nutzen, ohne Abo-Druck.
Allerdings ist Ahnenblatt Windows-only, ohne native macOS- oder Mobile-Variante und ohne Echtzeit-Kollaboration. Wer mit der Familie an einem gemeinsamen Baum arbeiten will, kann nur GEDCOM-Dateien hin und her schicken, was bei mehreren parallel Bearbeitenden zwangsläufig in Mergekonflikten endet.
Gramps 6 / Gramps Web (Open Source, alle Plattformen)
Gramps ist freie Open-Source-Software unter GPL und kostet nichts. Das Desktop-Programm läuft auf Linux, Windows und macOS. Seit einigen Jahren gibt es zusätzlich Gramps Web, eine im Browser laufende Variante, die man entweder selbst auf einem eigenen Server installiert oder gegen Aufpreis bei einem Anbieter wie grampshub.com bucht. Mehrere Personen können hier gleichzeitig am Baum arbeiten.
Funktional ist Gramps das mächtigste Werkzeug im Vergleich. Umfangreicher GEDCOM- Import und -Export auf Basis von 5.5.1 (wobei Gramps wie alle komplexen Genealogie-Programme intern mehr Datenstrukturen kennt, als GEDCOM sauber abbilden kann; Spezialdaten gehen beim Export potenziell verloren), DNA-Tools wie Y-DNA-Visualisierung und Chromosome Browser, historische Karten, ein optionaler KI-Assistent für Stammbaum-Fragen, externe Suche in FamilySearch und Ancestry, ein präziser Datenkern. Open Source bedeutet maximale Datenhoheit: alles läuft auf der eigenen Hardware, niemand ausser dir hat Zugriff. Eine aktive internationale Community sorgt für regelmässige Updates.
Der Preis dafür ist eine steile Lernkurve. Die Oberfläche ist technisch geprägt und deutlich weniger zugänglich als Ahnenblatt oder MacStammbaum. Gramps Web bedeutet entweder, selbst einen Server aufzusetzen (was IT-Wissen erfordert), oder einen Hosting-Dienst wie Grampshub zu bezahlen. Für Hobby-Genealogen ohne IT-Hintergrund ist das eine echte Hürde, an der viele bereits beim Einstieg scheitern.
Heredis 2026 (Windows, macOS, iOS, Android)
Heredis ist französischer Herkunft, wird aber seit Jahren auch auf Deutsch lokalisiert. Im deutschen Shop kostet die Windows-Version 59,99 €, die Mac-Version 64,99 € und das Bundle (Windows + Mac) 124,98 € Listenpreis (Stand Juli 2026; regelmässig gibt es Rabattaktionen). Die mobile App für iOS und Android erlaubt unterwegs Anzeigen und Bearbeiten; ob sie 2026 noch eine reine Begleit-App ist oder als eigenständige Lösung taugt, sollte man vor dem Kauf am aktuellen Produkt prüfen.
Plattformbreite ist die grösste Stärke: Windows, Mac, iOS und Android werden alle unterstützt, mit übersichtlicher Oberfläche, ordentlichem GEDCOM und guten Karten- und Zeitstrahl-Funktionen. Die Desktop-App ist auf beiden grossen Betriebssystemen stabil und etabliert.
Der Knackpunkt ist das Versions-Modell. Jährliche Hauptversionen sind kostenpflichtig, wer aktuell bleiben will, zahlt regelmässig nach. Echtes gemeinsames Bearbeiten zu mehreren fehlt, die mobile Variante dient nur zum Synchronisieren. Daten liegen auf dem eigenen Rechner (was die Datenhoheit stärkt), Online-Recherche und Cloud-Funktionen erfordern aber ein Heredis-Konto.
MacStammbaum 11 (macOS, mit MobileFamilyTree für iOS)
Synium Software aus Deutschland fokussiert klar auf macOS und iOS. MacStammbaum 11 kostet 69,99 € für Neukunden, das Upgrade von älteren Versionen 49,99 €. Die zugehörige iOS-App MobileFamilyTree ist separat erhältlich. Mit CloudTree Sync&Share lassen sich Bäume zwischen Mac und iPhone synchronisieren und auch mit beliebig vielen weiteren Mitwirkenden gemeinsam bearbeiten; Änderungen erscheinen innerhalb von Sekunden bei allen, und für Nicht-Apple-Personen gibt es zusätzlich CloudTreeWeb mit Apple-ID-Login.
Die Mac-App selbst ist sauber gestaltet mit deutscher Oberfläche, einer 3D-Stammbaum-Ansicht und KI-gestützter Bildverbesserung (Hochskalierung, Hintergrundentfernung, Kolorierung). Die Ortsbearbeitung mit Karten und Pins ist hervorragend. Insgesamt eine der besten Mac-Genealogie-Apps überhaupt, mit deutschem Hersteller und schnellem Support.
Die Einschränkung ist das Apple-Ökosystem: alle Mitarbeitenden brauchen entweder MacFamilyTree, MobileFamilyTree oder zumindest eine Apple-ID für CloudTreeWeb. Eine Familie ganz ohne Apple-Bezug bleibt aussen vor. Kostenpflichtige Hauptversionen erscheinen laut Synium für gewöhnlich alle drei Jahre, dazwischen gibt es kostenlose Updates. Die iOS-App muss separat gekauft werden.
Brother's Keeper 7 (Windows)
Brother's Keeper ist ein klassisches Windows-Genealogie-Programm aus den USA, seit den 80er-Jahren auf dem Markt. Die aktuelle Version 7.6 (Januar 2026) kostet 45 $ als Vollversion mit gedrucktem Handbuch und Datenträger; eine günstigere Download-Version ist ebenfalls erhältlich. Eine zeitlich unbegrenzte Demo-Version steht zum Testen bereit.
Stabilität ist die grösste Tugend. Das Programm läuft auf praktisch jedem Windows zwischen 98 und 11. GEDCOM ist sauber, die Ausgabeformate für Berichte, Tafeln und Bücher sind vielfältig. Für den Preis gibt es keine günstigere Alternative für ernsthafte Einzelnutzer. Die Oberfläche ist in 16 Sprachen verfügbar, darunter auch Deutsch.
Optisch wirkt Brother's Keeper allerdings aus den 90ern. Das ist funktional, aber nicht zeitgemäss, und für den Einstieg kein Vergnügen. Kollaboration, Mobile-Variante oder Cloud-Synchronisation fehlen vollständig.
Family Tree Maker 2024 (Windows, macOS)
Family Tree Maker, früher von Ancestry, heute vom US-Anbieter Software MacKiev (Hauptsitz Boston, Entwicklung in Kiew) gepflegt. Die aktuelle Version FTM 2024 kostet rund 80 $ als Download (mehr für DVD- oder USB-Versionen). Eine Familienpaket-Erweiterung für 2 zusätzliche Computer kostet zusätzliche 20 $.
Plattformübergreifend gibt es Windows und Mac in einer Lizenz. Die enge Anbindung an Ancestry ist ein klares Verkaufsargument. Wer dort bereits historische Quellen pflegt, kann sie per Klick in den lokalen Stammbaum übernehmen. „TreeVault" als Online-Sicherung ist im ersten Jahr inklusive. Die mobile FTM-Connect-2.0-App erlaubt Familienmitgliedern, „Relative Hint"-Notizen zu hinterlassen, was eine Form leichter Mitarbeit darstellt.
Family Tree Maker ist im Vergleich der teuerste Einstieg, und die Online-Sicherung wird nach dem ersten Jahr kostenpflichtig (ab 18 $/Jahr für reine Daten, 2 $/Monat für Daten plus Medien). Gemeinsames Arbeiten ist auf Notizen-Niveau beschränkt, ohne echte parallele Bearbeitung.
Unser Stammbaum (Web-App, alle Plattformen)
Unser Stammbaum ist eine Web-App. Sie läuft in jedem modernen Browser ohne Installation und lässt sich auf iPhone, Android, Windows, Mac und Linux mit zwei Klicks am Startbildschirm verankern, wo sie sich verhält wie eine eigenständige App. Die kostenlose Stufe umfasst einen Stammbaum mit bis zu 20 Personen. Premium kostet 39 € pro Jahr und gibt unbegrenzte Personen, bis zu 5 Bäume und 500 MB für hochgeladene Quellen, Ereignisfotos und Dokumente frei.
Im Zentrum steht die Bedienung. Du klickst direkt im Stammbaum auf eine Person und kannst mit zwei weiteren Klicks Eltern, Partner oder Kinder hinzufügen. Der Baum wächst sichtbar mit. Es gibt keinen separaten Umweg, bei dem zuerst eine Familie angelegt und dann Personen zugeordnet werden müssen, was bei klassischer Genealogie-Software für viel Frust sorgt. Was du siehst, ist was du bekommst, und der gesamte Baum bleibt immer im Blick. Genau das ist beim gemeinsamen Arbeiten zentral, weil oft die älteren Familienmitglieder am meisten beitragen können, gleichzeitig aber wenig Geduld für überladene Software haben. Eine 80-jährige Grossmutter trägt vielleicht das halbe verlorene Wissen einer Familie in sich, sie wird aber nur dann mitmachen, wenn das Werkzeug in zwei Minuten verstanden ist.
Synchronisation in Echtzeit ist eingebaut, jede Änderung erscheint sofort bei allen Mitwirkenden. Das Familiencode-Modell macht das Mitmachen einfach: Wer den Baum anlegt, zahlt eventuell Premium, alle anderen Familienmitglieder tragen kostenlos bei, ohne eigenes Konto. Die Daten liegen DSGVO-konform auf EU-Servern. Quellenverwaltung mit Uploads für Kirchenbücher, Urkunden und Ereignisfotos, Konsistenzprüfung, Familienchronik, Lebenslauf, Karte und Zeitstrahl sind standardmässig dabei. Der Stammbaum lässt sich als Vorfahren-, Nachfahren-, Sanduhr- oder Fächerdiagramm anzeigen, individuell gestalten und direkt drucken oder als PDF speichern. Wie du die Ausgabe gut lesbar vorbereitest, zeigt unser Ratgeber zum Drucken und PDF-Export. Für den Datenaustausch unterstützt Unser Stammbaum GEDCOM 5.5.1 und GEDCOM 7.0.18 im Import und Export. Welche Version sich für einen Wechsel eignet, erklärt der GEDCOM-Ratgeber. GEDZIP 7 überträgt zusätzlich Fotos, Quelldokumente, Chronik- und Nachrufbilder sowie das Familienwappen. Die Kompatibilität wird mit offiziellen GEDCOM-7-Referenzdateien und einem unabhängigen Validator geprüft. Aktualisierungen kommen automatisch, ohne kostenpflichtige Jahresversionen.
Unser Stammbaum bietet weder ein integriertes Archiv historischer Dokumente wie Ancestry oder FamilySearch noch einen DNA-Vergleich. Wer auf historische Quellen zugreifen will, recherchiert deshalb bei externen Diensten. Bei verstorbenen oder vermutlich verstorbenen Personen öffnet das Lupensymbol vorausgefüllte Suchen bei FamilySearch, MyHeritage, WikiTree und Find a Grave. Ausserdem steht hinter der App ein kleines Team und kein millionenschwerer Konzern, was Vor- und Nachteile hat.
Vergleichstabelle
Ahnenblatt
- Plattform
- Windows
- Preis
- 59 € einmalig (V2.99 gratis)
- Echtzeit-Zusammenarbeit
- nein
- Mitwirkende ohne eigene Lizenz
- nein
- Bedienung
- klassisch, formularbasiert
- GEDCOM-Export
- ja
- Scans an Quellen
- ja (lokal)
- Hosting / Datenhoheit
- lokal
- Deutsche Oberfläche
- ja
Gramps
- Plattform
- Win, Mac, Linux, Web (self-host)
- Preis
- kostenlos
- Echtzeit-Zusammenarbeit
- ja (Gramps Web)
- Mitwirkende ohne eigene Lizenz
- nein
- Bedienung
- technisch, mächtig
- GEDCOM-Export
- ja
- Scans an Quellen
- ja (lokal)
- Hosting / Datenhoheit
- lokal / self-host
- Deutsche Oberfläche
- ja
Heredis
- Plattform
- Win, Mac, iOS, Android
- Preis
- 60 € Win / 65 € Mac / 125 € Bundle
- Echtzeit-Zusammenarbeit
- nein
- Mitwirkende ohne eigene Lizenz
- nein
- Bedienung
- übersichtlich, Standard-Genealogie
- GEDCOM-Export
- ja
- Scans an Quellen
- ja (lokal)
- Hosting / Datenhoheit
- lokal
- Deutsche Oberfläche
- ja
MacStammbaum
- Plattform
- macOS, iOS
- Preis
- 70 € Vollversion + neue Hauptversionen
- Echtzeit-Zusammenarbeit
- ja, im Apple-Ökosystem
- Mitwirkende ohne eigene Lizenz
- nur Apple ID nötig
- Bedienung
- sauber, Mac-typisch
- GEDCOM-Export
- ja
- Scans an Quellen
- ja (lokal)
- Hosting / Datenhoheit
- lokal
- Deutsche Oberfläche
- ja
Brother's Keeper
- Plattform
- Windows
- Preis
- 45 $ einmalig
- Echtzeit-Zusammenarbeit
- nein
- Mitwirkende ohne eigene Lizenz
- nein
- Bedienung
- aus den 90ern
- GEDCOM-Export
- ja
- Scans an Quellen
- ja (lokal)
- Hosting / Datenhoheit
- lokal
- Deutsche Oberfläche
- ja
Family Tree Maker
- Plattform
- Win, Mac, Mobile-App
- Preis
- 80 $ + ggf. Online-Abo
- Echtzeit-Zusammenarbeit
- begrenzt (Connect)
- Mitwirkende ohne eigene Lizenz
- nein
- Bedienung
- klassisch
- GEDCOM-Export
- ja
- Scans an Quellen
- ja (Cloud-Abo für Online-Sicherung)
- Hosting / Datenhoheit
- US-Server (Ancestry)
- Deutsche Oberfläche
- nein (nur Englisch)
Unser Stammbaum
- Plattform
- Web (alle Geräte)
- Preis
- gratis bis 20 Personen, sonst 39 €/Jahr
- Echtzeit-Zusammenarbeit
- ja
- Mitwirkende ohne eigene Lizenz
- ja (Familiencode)
- Bedienung
- direkt im Baum
- GEDCOM-Export
- 5.5.1 und 7, GEDZIP 7
- Scans an Quellen
- ja (Premium, bis 500 MB pro Baum)
- Hosting / Datenhoheit
- EU (DSGVO)
- Deutsche Oberfläche
- ja
Was Familien wirklich brauchen
Wie gross die Lücke zwischen klassischer Genealogie-Software und dem tatsächlichen Bedarf einer Familie ist, zeigt sich in einschlägigen Foren immer wieder. Stellvertretend ein Forumsbeitrag vom Januar 2026 auf ahnenforschung.net:
„Meine Frau trägt derzeit neue Familienmitglieder systematisch aus Orts- und Familienbüchern ein und ergänzt dabei über viele Generationen hinweg Eltern und Geschwister. Für diesen Arbeitsstil ist es absolut notwendig, dass man in einer Stammbaum-Ansicht direkt auf eine Person klicken und mit wenigen weiteren Klicks Eltern, Ehepartner oder Geschwister hinzufügen kann. Der in vielen Genealogieprogrammen übliche Workflow, erst eine Person anzulegen und diese anschliessend in einem separaten Schritt einer Familie zuzuordnen, ist für sie nicht praktikabel. Testweise habe ich versucht, in Gramps Web über die Stammbaumansicht direkt Geschwister hinzuzufügen, aber das geht gar nicht."
Der Verfasser nennt anschliessend konkret, was ihm fehlt: webtrees ist im Vorgehen zu eingeschränkt, FamilyEcho zwar im Browser nutzbar, aber primitiv und ohne Quellen, und gleichzeitig braucht das Paar Linux- und Mac-Kompatibilität, gemeinsames Arbeiten und vollständige GEDCOM-Unterstützung inklusive Medien.
Aufschlussreich ist auch der Antwort-Thread. Elf Forenmitglieder schlagen verschiedene Programme vor, darunter MacStammbaum (nur macOS), Ahnenblatt (nur Windows, allenfalls per Wine-Emulator auf dem Mac), das seit Jahren kaum noch gepflegte Ages!, sowie das kostenpflichtige TNG, das laut einem Antwortenden allerdings „nicht wirklich in nem Stammbaum" arbeiten lässt, sondern in Personen- und Familienkarten. Eine Web-Anwendung mit echtem gemeinsamem Bearbeiten in Echtzeit und direktem Hinzufügen aus der Baumansicht wird in keiner einzigen Antwort genannt. Der Themenautor bestätigt im Verlauf der Diskussion sogar selbst: „sowohl bei Gramps Web als auch bei webtrees kann ich in der Stammbaum-Ansicht nicht einfach einen neuen Verwandten hinzufügen."
Genau diese Kombination füllt Unser Stammbaum: Direktes Hinzufügen aus dem Stammbaum heraus, im Browser auf jedem Gerät, gemeinsam in Echtzeit, mit voller Quellenverwaltung und Scan-Upload, alles DSGVO-konform und ohne Bastelei am eigenen Server.
Welche App für welche Familie?
Für die Mac-Familie. MacStammbaum 11 ist die rundeste Mac-App, sauber gemacht, deutsche Oberfläche, gute Bildverarbeitung. Wer mehrheitlich Apple-Geräte im Einsatz hat, kann über CloudTree mit beliebig vielen Mitwirkenden am selben Baum arbeiten; auch Verwandte ohne Mac können per CloudTreeWeb mit ihrer Apple ID dazustossen.
Für den Windows-Klassiker-Fan. Ahnenblatt ist seit Jahren der Standard im deutschsprachigen Raum auf Windows, einmalig 59 € ohne laufende Kosten, sehr stabil. Wer keine mobilen oder webbasierten Bedürfnisse hat und allein arbeitet, bekommt für den Preis ein hervorragendes Werkzeug.
Für Open-Source-Profis und Datenhoheits-Bewusste. Gramps mit Gramps Web bietet maximale Funktionalität bei null Lizenzkosten. Wer einen eigenen Server betreiben kann (oder mag) und die steile Lernkurve nicht scheut, hat damit das technisch mächtigste Werkzeug und behält 100 Prozent Kontrolle über die Daten.
Für Familien, die gemeinsam an einem Baum arbeiten. Genau in dieser Kombination, also Web-Anwendung ohne Installation, Familiencode statt eigener Konten, Echtzeit-Synchronisation, Quellenverwaltung mit Scan-Upload und direktes Hinzufügen aus der Baumansicht heraus, habe ich keine etablierte Alternative im deutschsprachigen Raum gefunden. Hier setzt Unser Stammbaum an. Alle Familienmitglieder tragen über einen einfachen Familiencode kostenlos bei, ohne eigene Konten oder Lizenzen, in Echtzeit, von jedem Gerät. Die Bedienung ist so direkt, dass auch Grosseltern ohne grosse Computer-Erfahrung nach wenigen Minuten produktiv mitarbeiten können. Wie das in einer grösseren Familie funktioniert, zeigt mein Erfahrungsbericht. Die Daten liegen in der Google-Cloud auf EU-Servern (DSGVO-konforme Auftragsverarbeitung).
Und was ist mit Ancestry, MyHeritage und FamilySearch?
Diese drei Anbieter sind oft die ersten Treffer bei „Stammbaum-App", gehören aber nicht in dieselbe Kategorie wie die hier verglichenen Editoren. Sie sind in erster Linie grosse Archive historischer Dokumente: Ancestry mit Milliarden Einwanderungsakten, Volkszählungen und Kirchenregistern, MyHeritage mit DNA-Tests und automatischem Abgleich verwandter Personen, FamilySearch als kostenloses Archiv der Church of Jesus Christ of Latter-day Saints. Der eigene Stammbaum ist dort eher ein Werkzeug, um diese Archive zu durchsuchen, und nicht das eigentliche Kerngeschäft.
Das schliesst sich nicht aus. Viele ernsthaft Forschende nutzen Ancestry, MyHeritage oder FamilySearch für die Recherche und ein eigenes Programm für den eigentlichen Stammbaum. Die Daten wandern dann per GEDCOM-Export hin und her. In Unser Stammbaum führt das Lupensymbol bei verstorbenen oder vermutlich verstorbenen Personen direkt zu vorausgefüllten Suchen bei FamilySearch und MyHeritage, zum gemeinsamen Weltstammbaum WikiTree sowie zu Grabstätten und Gedenkseiten auf Find a Grave.
Fazit
Es gibt keine objektiv „beste" Stammbaum-App. Die Wahl hängt davon ab, wie und mit wem du forschen willst. Allein auf einem Mac? MacStammbaum. Allein auf Windows? Ahnenblatt. Open-Source-Profi? Gramps. Mit grossen historischen Quellenarchiven arbeiten? Zusätzlich Ancestry oder FamilySearch. Mit der ganzen Familie zusammen, ohne Installations- und Konto-Hürden, mit einer Bedienung, die auch die 80-jährige Grossmutter versteht? Unser Stammbaum, kostenlos testen unter unserstammbaum.app.
Alle genannten Preise beziehen sich auf Listenpreise, Stand Juli 2026. Aktionspreise und regionale Unterschiede sind möglich.